Alkohol

Alkohol ist eine in unserer Gesellschaft anerkannte, legale Droge, und gehört bei vielen Gelegenheiten für die meisten einfach dazu. Geringe Mengen Alkohol wirken in der Regel anregend, enthemmend und stimmungssteigernd. Es kommt zu erhöhter Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft, Minderung von Ängsten sowie dem Verlust von Hemmungen.

Übermäßiger Alkoholgenuss führt jedoch zu körperlichen, psychischen und sozialen Problemen und macht abhängig. Die Grenzen zwischen „normalem“ Alkoholgebrauch und einem Alkoholproblem sind fließend, deshalb verläuft die Entwicklung einer Abhängigkeit in den meisten Fällen über einen längeren Zeitraum hinweg schleichend.

Problematischer Alkoholkonsum/Alkoholmissbrauch
Der Begriff „problematischer Konsum“ bezeichnet einen Alkoholkonsum mit nachweislich schädlicher Wirkung (körperlich und/oder psychisch), ohne dass eine Alkoholkrankheit vorliegt. Der Alkoholkonsum führt dazu, dass Betroffene häufig ihre Verpflichtungen (z. B. Arbeit, Schule, Haushalt) nicht einhalten können. Außerdem wird wiederholt in Situationen getrunken, in denen es aufgrund des Alkoholkonsums zu körperlichen Gefährdungen kommen kann (z. B. Alkohol am Steuer, Bedienen von Maschinen unter Alkoholeinfluss).

Alkoholabhängigkeit
Eine Alkoholabhängigkeit wird nicht über die Menge des Alkohols oder die Häufigkeit des Konsums diagnostiziert. Nach dem internationalen Klassifikationsschema ICD-10 liegt eine Alkoholabhängigkeit vor, wenn innerhalb des letzten Jahres mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt waren:

  • Ein starkes Verlangen oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren.
  • Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums.
  • Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums.
  • Nachweis einer Toleranz: Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, sind zunehmend größere Mengen an Alkohol erforderlich.
  • Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Alkoholkonsums; erhöhter Zeitaufwand, um Alkohol zu beschaffen, zu konsumieren, oder sich von den Folgen zu erholen.
  • Anhaltender Alkoholkonsum trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen (z. B. Leberschädigung durch exzessives Trinken, depressive Verstimmungen infolge starken Alkoholkonsums).

Angehörige von Alkoholkranken
Angehörige leiden oft sehr massiv unter der Alkoholabhängigkeit eines Familienmitgliedes. Entsprechend hoch ist für diese Menschen das Risiko, eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Für den Angehörigen eines Alkoholkranken ist die Gefahr sehr groß, zum Co-Abhängigen zu werden. Die Rolle des Co-Abhängigen können Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Freunde oder Arbeitskollegen übernehmen.

Unter Co-Abhängigkeit versteht man, dass ein Angehöriger eines Suchtkranken dessen Trinken entschuldigt oder rechtfertigt, Verantwortung für den Abhängigen übernimmt und ihm Belastungen abnehmen will. Co-Verhalten von nahestehenden Personen kann die Abhängigkeit aufrechterhalten und verstärken.